Die Realität: Studieren kostet
Studierende in Deutschland geben im Schnitt 800 bis 1.200 EUR pro Monat aus — für Miete, Essen, Versicherung, Mobilität und Lernmaterial. Über ein dreijähriges Bachelor-Studium sind das 29.000 bis 43.000 EUR. Wer das vorher weiß, kann früh planen.
1. BAföG — die erste Anlaufstelle
Das Bundesausbildungsförderungsgesetz ist die wichtigste staatliche Studienfinanzierung. Der Höchstsatz liegt bei 992 EUR monatlich (Stand 2024/25). Das Besondere: Die Hälfte ist ein Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Die andere Hälfte ist ein zinsloses Darlehen, gedeckelt auf 10.010 EUR.
Praxis-Tipp: Auch wenn Sie glauben, kein BAföG zu bekommen — stellen Sie trotzdem einen Antrag. Viele Studierende schätzen das Einkommen ihrer Eltern falsch ein. Im schlimmsten Fall erhalten Sie einen Ablehnungsbescheid, den Sie für andere Anträge nutzen können.
2. Stipendien — nicht nur für Einser-Schüler
Es gibt über 2.500 Stipendienprogramme in Deutschland. Neben den 13 Begabtenförderungswerken existieren Hunderte von Stiftungen, die nach ganz unterschiedlichen Kriterien fördern: soziales Engagement, Herkunft, Studienort, Fachrichtung oder auch einfach eine gute Begründung.
Das Deutschlandstipendium bietet 300 EUR monatlich — unabhängig vom Einkommen der Eltern, kombinierbar mit BAföG.
Häufiger Fehler: „Ich bin nicht gut genug für ein Stipendium.“ Die meisten Stiftungen legen mehr Wert auf Engagement und Persönlichkeit als auf Noten. Nicht bewerben ist der sicherste Weg, keins zu bekommen.
3. Studienkredit — die letzte Option
Der KfW-Studienkredit bietet bis zu 650 EUR monatlich. Vorteil: einkommensunabhängig, keine Sicherheiten nötig. Nachteil: Er muss vollständig zurückgezahlt werden — mit Zinsen. Der aktuelle Zinssatz liegt bei rund 6 % (variabel).
Ein Studienkredit sollte nur die Lücke schließen, die BAföG und Nebenjob nicht abdecken — nicht die Hauptfinanzierung sein.
Die drei Quellen im Vergleich
| Kriterium | BAföG | Stipendium | KfW-Kredit |
|---|---|---|---|
| Betrag/Monat | bis 992 € | 300–1.000 € | bis 650 € |
| Rückzahlung | 50 % (zinslos) | keine | 100 % + Zinsen |
| Einkommensabhängig | ja (Eltern) | teils | nein |
| Bewerbungsaufwand | mittel | hoch | gering |
| Kombinierbar | ja | meist ja | ja |
Die beste Strategie: Kombinieren
Die meisten Studierenden nutzen eine Kombination: BAföG als Basis, dazu ein Stipendium oder Nebenjob, und den Kredit nur als Notfallreserve. Entscheidend ist, vor dem Studienstart zu rechnen — nicht erst, wenn das Konto leer ist.
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